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Ev. Kinder- und Jugendheim Probsthof

Flexible Wohngruppe

Die flexible Wohngruppe ist ein Verselbständigungsangebot, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene/Volljährige ab 16 Jahre richtet, die nicht mehr in der eigenen Familie leben können und wollen. Sie sind bereits in einigen Bereichen so selbständig, dass sie eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung nicht mehr brauchen.  

Die jungen Menschen werden sehr individuell unterstützt, ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln, Stärken und Interessen zu festigen und zu verfolgen. Sie werden befähigt, ihr Leben und den Alltag entsprechend ihren Möglichkeiten zu planen, zu strukturieren und zu organisieren.

Der Alltag besteht neben den Anforderungen durch Schule/Ausbildung/Praktikum außerdem aus der Selbstversorgung, der eigenen Haushaltsführung sowie Alltagsstrukturierung. Die jungen Menschen werden bei Bedarf bei Einkäufen, kochen, etc. unterstützt. Dazu kommt die gemeinsame Entwicklung einer eigenen Struktur des Alltages, wobei verschiedene Methoden angeboten werden, um entsprechend individuelle Lösungen zu finden z.B. Wochenplan schreiben, eigenen Kalender (Papier, Handy) führen, etc.. Auch bei schulischen, sprachlichen oder anderen Problemen sind wir dafür da, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Es wird ein eigenes Konto eingerichtet und der Umgang mit diesem begleitet und geübt. Sämtliche Ärzte und Behörden müssen immer mal wieder aufgesucht werden. Diese Termine werden nach Bedarf gemeinsam telefonisch oder persönlich vereinbart und begleitet.

Die flexible Wohngruppe gestaltet sich in drei aufeinander aufbauenden Stufen, die als fließender Prozess zu verstehen sind. Der Einzug in die Flexible Wohngruppe ist sowohl für Jugendliche aus dem Probsthof, als auch für Jugendliche aus anderen Einrichtungen und solche, die bisher noch keine Berührungspunkte mit der Jugendhilfe hatten, möglich.

Stufe 1:
Der/die Jugendliche ist in seiner Persönlichkeit soweit entwickelt, dass er/sie in der Lage ist, große Teile des Alltags eigenständig zu bewältigen (bspw. morgens alleine aufstehen).

In dieser Phase wird er zunehmend befähigt, weitere Verantwortung für sein eigenes Leben und auch im Zusammenleben mit den anderen Gruppenmitgliedern zu übernehmen.

In dieser Phase lebt der junge Mensch in einem eigenen Zimmer (mit Kühlschrank) und teilt sich Küche und Bad mit anderen Bewohner*innen. Gelder werden zu Beginn wöchentlich ausgezahlt und die Einteilung so eingeübt, bis die Gelder monatlich ausgezahlt werden können.

Stufe 2:
Der/die Jugendliche übt sich verstärkt in der Selbstorganisation, der persönlichen Anforderungen und Ziele. Dies beinhaltet u.a. die Festigung der Tages- und Wochenstruktur, das Üben im Umgang mit Behörden/Ämtern, Ärzten und anderen Terminen. Hierbei geht es um die Befähigung eigenständig in Kontakt zu treten, Telefonate zu führen und Termine wahrzunehmen. 

Sobald ein Appartement der Gruppe frei ist und ein Bewohner der Zimmer die notwendigen Selbstständigkeitskriterien erreicht hat, kann dieser in ein Appartement einziehen. Dies ist ebenso vollmöbliert und beinhaltet ein kleines Badezimmer und eine Single-Küche. Die Gelder der Jugendhilfe (Taschengeld und Kleidergeld) werden nach vorhandener Kompetenz monatlich auf das eigene Konto überwiesen. Das Versorgungsgeld wird weiterhin in der Gruppe ausgezahlt und die Einteilung der Gelder weiterhin geübt und gefestigt.

Stufe 3:
Der/die Jugendliche ist in seiner Persönlichkeit weiter gereift und hat sich in seiner Selbständigkeit weiterentwickelt. In dieser Stufe geht es um die konkrete Perspektiventwicklung außerhalb der Wohngruppe und Jugendhilfe. So wird der Auszug in die eigene Wohnung oder eine andere passende Wohnform vorbereitet, geplant und durchgeführt.

Er/sie übernimmt die Verantwortung und Verwaltung seiner/ihrer Gelder vollständig und erhält sie monatlich auf das eigene Konto.

Neben der individuellen Unterstützung legen wir Wert auf ein soziales Miteinander in der Gemeinschaft. Dazu gehören u.a. die monatlichen Bewohnertreffen, in denen die Anliegen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen thematisiert, Probleme des Zusammenlebens besprochen und gemeinsame Aktivitäten geplant werden.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 16 Jahre
  • Kooperationsbereitschaft, Regeleinhaltung, Reflexionsbereitschaft
  • Schul- oder Berufsausbildung (vorhanden oder verbindlich in Aussicht)
  • Entwicklungsbereitschaft
  • Bereitschaft (und Fähigkeit), morgens selbstständig aufzustehen
    und zur Schule/Ausbildung zu gehen
  • Eigenverantwortlicher Umgang mit Taschen- und Bekleidungsgeld

Platzzahl: 8 (aufgeteilt in 3 Zimmer & 5 Appartements)

Betreuungszeit:
Montag – Freitag:14:00 - 22:00 Uhr      Samstag/Sonntag: 16:00 - 22:00 Uhr
8 bis 10 unangekündigte Nachtbereitschaften

 

Unser Flyer der flexiblen Wohngruppe zum Download

 

Kontakt:

Bereichsleitung
Sabine van Kruijssen

 

 


 

 

 

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